Das Tony Blair Institute (TBI), ein von dem ehemaligen britischen Premierminister Tony Blair gegründeter Thinktank, hat kürzlich einen Bericht veröffentlicht, in dem er Großbritannien empfiehlt, die Urheberrechtsbestimmungen für KI-Unternehmen zu lockern, um diesen die Entwicklung neuer Produkte zu erleichtern. Der Bericht weist darauf hin, dass strengere Urheberrechtsmaßnahmen den Beziehungen zwischen Großbritannien und den USA schaden könnten, insbesondere vor dem Hintergrund der drohenden Einfuhrzölle der USA auf britische Waren.

Bildquelle: Das Bild wurde mit KI generiert und stammt von Midjourney.
Der Thinktank betont die Bedeutung geopolitischer Faktoren bei der Gestaltung der KI-Politik. Er argumentiert, dass die Forderung nach Lizenzen für alle im Inland erstellten Inhalte, die für KI-Modelle verwendet werden, zu einer Verlagerung der Entwicklung in Länder mit laxeren Urheberrechtsbestimmungen führen könnte. Eine strikte Lizenzierungspflicht durch die britische Regierung würde zudem den Zugriff auf bereits mit diesen Inhalten trainierte KI-Modelle einschränken, was viele US-amerikanische KI-Systeme betreffen könnte.
In dem Bericht unterstützt das TBI den Vorschlag der Regierung, KI-Unternehmen die Nutzung urheberrechtlich geschützter Materialien zum Trainieren von Modellen ohne Zustimmung der Urheber zu erlauben, sofern die Urheber nicht ausdrücklich ihren Ausschluss von diesem Prozess erklärt haben. Der Thinktank warnt davor, dass zu strenge KI-Vorschriften in Großbritannien im Wettbewerb mit den USA und China zu einem Rückstand führen und die wirtschaftlichen und nationalen Sicherheitsinteressen des Landes schwächen könnten.
Das TBI argumentiert weiter, dass die Annahme, kommerzielle KI-Modelle dürften keine Inhalte aus dem offenen Web zum Training verwenden, die Möglichkeit von Wissenarbeitern verneint, aus dem Lesen derselben Inhalte Erkenntnisse zu gewinnen. Der Bericht empfiehlt außerdem, dass das Urheberrecht mit dem technologischen Wandel Schritt halten sollte, um den Schutz von Kreativität auch im KI-Zeitalter zu gewährleisten.
Darüber hinaus fordert das TBI die Einrichtung eines „Zentrums für Künstliche Intelligenz und Kreativwirtschaft“, um die Zusammenarbeit zwischen Technologie und Kreativbranche zu fördern. Demgegenüber gibt es jedoch auch Kritik. Die parteiübergreifende Oberhausabgeordnete Baroness Kidron bezeichnet den Bericht als Aufforderung an Künstler, „sich zu fügen oder zu schweigen“, und kritisiert die zu pessimistische Vision.
Erwähnenswert ist, dass das TBI erhebliche Spenden von dem US-amerikanischen Technologie-Milliardär Larry Ellison erhalten hat, was Baroness Kidron als Interessenkonflikt ansieht. Das TBI erwidert, dass es bei seiner politischen Arbeit unabhängig sei.
Wichtigste Punkte:
📉 Britischer Thinktank fordert Lockerung der Urheberrechtsbestimmungen und warnt vor negativen Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Großbritannien und den USA.
🤖 Erlaubt KI-Unternehmen die Nutzung urheberrechtlich geschützter Materialien zum Trainieren von Modellen ohne vorherige Genehmigung.
🏛️ Empfiehlt die Einrichtung eines „Zentrums für Künstliche Intelligenz und Kreativwirtschaft“ zur Förderung der Zusammenarbeit.




