Die KI-Forschungsunternehmen Fundamental Research Labs (ehemals Altera) hat eine Finanzierungsrunde von 33 Millionen US-Dollar in der ersten Phase abgeschlossen. Diese Runde wurde von Prosus geleitet, und Patrick Collison, Mitbegründer und CEO von Stripe, beteiligte sich ebenfalls an der Finanzierung. Das Unternehmen hat sich durch seine einzigartige Vielfalt bei der Entwicklung von KI-Anwendungen in der Branche hervorgetan.

Fundamental Research Labs hat eine ungewöhnliche Unternehmensstruktur, die parallel in verschiedenen Bereichen der KI-Entwicklung arbeitet. Bei der Seed-Finanzierung entwickelte das Unternehmen vor allem Roboter, die mit den Nutzern im Spiel Minecraft spielen konnten. Heute ist es zu einem umfassenden KI-Unternehmen mit Teams für Spiele, Verbraucheranwendungen, Kernforschung und Plattformen geworden.

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Der Gründer des Unternehmens, Dr. Yang, war ehemals Professor an der MIT, und er möchte, dass Fundamental Research Labs zu einem „historischen“ Unternehmen wird, ohne sich an traditionelle Start-up-Strukturen zu binden. Diese Philosophie spiegelt sich in der Produktstrategie und dem Geschäftsmodell des Unternehmens wider, indem es verschiedene Marktmöglichkeiten durch diverse KI-Anwendungen erkundet.

Derzeit bietet Fundamental Research Labs als zentrales Produkt die allgemeine Verbraucher-Assistenten-App Fairies. Diese Anwendung ermöglicht es den Nutzern, mit KI-Robotern zu kommunizieren, verschiedene Anwendungen zu verbinden und über Plattformen hinweg Abfragen in den Wissensdatenbanken dieser Anwendungen durchzuführen. Sie kann auch Termine im Kalender planen. Die Anwendung kann außerdem Arbeitsabläufe für die Nutzer festlegen und wiederkehrende Aufgaben automatisch ausführen. Dr. Yang sagte, dass Fairies es den Ingenieuren des Unternehmens ermögliche, verschiedene Modellfähigkeiten und Plattformtechnologien zu testen.

Eine weitere wichtige Produkt ist der intelligente Assistent Shortcut, der auf Tabellen basiert und bereits von Analysten genutzt wird, um verschiedene Finanzmodelle zu erstellen und zu analysieren. Das Unternehmen bezeichnet diesen Assistenten als ähnlich wie einen Junior-Analysten, der Aufgaben eigenständig erledigen kann. Um professionelle Nutzerbedürfnisse zu erfüllen, ist das Design der Benutzeroberfläche von Shortcut ähnlich wie bei Excel und behält viele fortgeschrittene Funktionen.

Sandeep Bakshi, Partner bei Prosus, sagte in einem Interview mit TechCrunch: „Wir haben viele frühe Start-ups gesehen, aber hier ist es besonders auffällig, dass ein kleines, stark missionorientiertes Team fokussiert auf digitale Menschen mit praktischen Anwendungen arbeitet. Die kürzlich vorgestellten Produkte Fairies und Shortcut sind nicht nur Demonstrationsprodukte, sondern zeigen bereits, wie KI auf sinnvolle Weise die menschliche Arbeitskraft ergänzen kann.“

Bakshi fügte hinzu: „Was Fundamentals Research Labs besonders macht, ist nicht nur ihre ambitionierte Vision, sondern auch die Qualität des Teams, das diese Vision verfolgt. Die Fähigkeit, die cleversten Köpfe der Welt anzuziehen und sie in echte Produkte umzuwandeln, macht dies zu einer einzigartigen und ansprechenden Investitionsmöglichkeit für uns.“

Es ist wichtig zu erwähnen, dass Fundamental Research Labs bereits Gebühren für ihre KI-Assistenten-Produkte erhebt. Die Nutzer können eine kostenlose Testphase von sieben Tagen nutzen, danach müssen sie bezahlen, was zeigt, dass das Unternehmen bereits Einnahmen generiert. Dieser kommerzielle Fortschritt ist im aktuellen KI-Start-up-Umfeld relativ selten; viele Unternehmen befinden sich noch in der Technologie-Validierungsphase.

Das Unternehmen hat letztes Jahr eine Seed-Finanzierungsrunde von 9 Millionen US-Dollar abgeschlossen, die von First Spark Ventures und Patron geleitet wurde, mit Beteiligung von a16z Speedrun und Eric Schmidt. Mit dieser Finanzierungsumlage hat das Unternehmen insgesamt mehr als 40 Millionen US-Dollar gesammelt, was für seine diversifizierte Wachstumsstrategie ausreichend finanzielle Mittel bereitstellt.

Dr. Yang enthüllte, dass das Unternehmen offen für verschiedene Anwendungsmodelle ist und später auch in den Robotikbereich expandieren möchte. Er sagte: „Im Moment konzentrieren wir uns auf Produktivitätsanwendungen, weil dies der Bereich ist, in dem der größte Wert entsteht. Auf diese Weise kann man viel Geld verdienen und gleichzeitig das Team und die Technologie aufbauen. Schließlich möchten wir physische Probleme lösen und uns in Richtung embodiment intelligence bewegen.“

Aus technischer Sicht hat Fundamental Research Labs eine schrittweise Entwicklungsstrategie vom Software- bis zum Hardware-Bereich und von virtuellen bis zu physischen Anwendungen. Die aktuelle Konzentration auf Produktivitätsanwendungen ermöglicht nicht nur eine schnelle Kommerzialisierung, sondern auch die Ansammlung wertvoller KI-Anwendungserfahrung, um die Grundlagen für zukünftige Expansion in den Robotik- und embodiment Intelligence-Bereich zu legen.

Diese Diversifikationsstrategie ist in der KI-Branche relativ einzigartig. Die meisten KI-Start-ups konzentrieren sich oft auf einen einzigen Bereich oder Anwendungsbereich, während Fundamental Research Labs durch die parallele Weiterentwicklung mehrerer Projekte besser Risiken abfedern und verschiedene Marktmöglichkeiten erkunden kann.